Mo. 16.04.2018 - Fr. 20.07.2018, 8.00 Uhr

Landstraße 20
77695 Kehl-Kork
Tel.: 0 78 51 / 7 63 38


Anita Frei-Krämer und Valéria

"Mise en scéne"

Acryl und Mischtechnik
Maxime Frairot und ValériA

Seit der Bilderfindung etwa um das Jahr 1300 herum, kam aus Italien die Entwicklung zur Menschendarstellung in Gang, die ihn als Menschen gleichwertig mit der Natur zeigte. Irgendwann auf dem zeitgeschichtlichen Weg durch Renaissance, Barock und Klassizismus sind die Darstellungen in der zeitgenössischen Portraitkunst angekommen.

Hier in der Ausstellung gewährt Maxime Frairot aus Troyes Einblick in seine Betrachtungs- und einzigartige Malweise der Menschen heute. Sie sind im familiären, Bekannten- und Einwohnerkreis des Malers verortet und sind gleichzeitig Stellvertreter und Spiegel für alle seine Bildbetrachter. Seine Bildbevölkerung ist geprägt von Individualität, zeigt uns unmittelbar und direkt die Ausdrucksweisen von Menschen nach den Attacken des Alltags - auch ihre Desorientierung. Ihr Eigenleben erzeugt eine Stille in uns, der innere Dialog beginnt sofort. Die Beziehung Betrachter / Künstler / Außenwelt entsteht durch das Verschmelzen mit dem eigenen Erlebten. Die Brutalität der Realität ist an den gezeigten Haltungen und Gesichtsausdruckweisen, den Augen, den Blicken und Mundform abzulesen. Die Menschen werden defensiv, abwartend, offen oder frei.

Die Auflösung des Hermetischen, der ab- oder eingeschlossenen Gedankenwelt im Menschen wird bei ValériAs Bildern offensichtlich. Die Illustratorin und Malerin aus Paris erzeugt dank der Kraft und Klarheit ihrer abstrakt wirkenden Schwarz-Weiß-Malerei die Gegenwelt, das Traumhafte und Verborgene. Auch die von Maxime gezeigten Menschen haben vielleicht solche Gedanken, Anmutungen und Ahnungen in sich, sie verwischen, flüchten und kulminieren bisweilen. ValèriAs Notate sind teilweise leise, dann auch wieder mit einer Spur Figürlichkeit gemixt und auch gewaltig. Selbst die Größe einer Kachel weiß sie so lebendig zu gestalten. Drei mittelgroße Werke enthalten sogar Präzision durch mäandernde Farblineaturen, die den verschlungenen Gedankengespinsten gerecht werden.

Hier sind nun zwei französische Protagonisten der Portraitkunst in dieser Ausstellung zum ersten Mal zusammen zu sehen und legen Zeugnis vom Menschen und seinem Innersten ab.

Text: Anita Frei-Krämer